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Official Trailer
seven city of love/Trailer

Verlangen. Liebe. Erkenntnis. Selbstgenügsamkeit. Einheit. Bestürzung. Auflösung und Vernichtung.

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Seven Cities of Love heißt das neue Stück der Kompanie, bei dem die Ästhetik der alt-persischen Miniatur im Mittelpunkt steht und sechs TänzerInnen und fünf MusikerInnen sich auf die Reise durch sieben Städte der Liebe begeben um den großen Saal der alten Börse einmal mehr in ein zeitgenössisches Abenteuer zu verwandeln.
Seven Cities of Love
Vorwort Seven Cities of Love ist eine, von der Tanzcompany tanz.labor.labyrinth unter der künstlerischen Leitung der Choreographin Ulduz Ahmadzadeh entstandene tanztheatrale Fabel. Mahan Mirarab komponierte dafür in enger Zusammenarbeit mit der Choreographin die Musik. Das Stück feierte im Jänner 2014 im Odeon Wien seine Uraufführung. Aufgrund der positiven Resonanz wird es ab Herbst 2014 neueinstudiert und gemeinsam mit den TänzerInnen und MusikerInnen weiterentwickelt.
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Konzept Die zeitgenössische Auseinandersetzung mit den Gesten in der persischen Miniaturenmalerei bildet den Ausgangspunkt für Seven Cities Of Love. Die Verlockung der persischen Miniaturen liegt in den klaren geometrischen Formen und kraftvollen Farben, der fesselnden Komplexität und der überraschenden Art, wie große Fragen der Menschheit und ihrer Spiritualität vereinfacht zugänglich gemacht werden. Die Gestik spielt dabei eine entscheidende Rolle und wird als tänzerisches Stilmittel eingesetzt. Durch die verschiedenen Handhaltungen – sind die Finger geschlossen oder aufgefächert, befindet sich die Hand weit vom Körper weg oder kreuzt sie den Körper etc. – bekommt man sofort einen Einblick in die Gefühlswelt der Dargestellten und deren Geschichte. Die Miniaturmalerei hat zunächst die Funktion die Dichtung zu illuminieren, erzeugt aber auch ihre ganz eigene Wirkung. Der Reiz und die Faszination der persischen Miniatur entstehen aus ihrem Dasein in einer Zwischenwelt. So erscheint die persische Malerei dem Betrachter nah und unnah zugleich. Die Miniaturen, die die persische Malerei der Chinesischen und der Westlichen ebenbürtig machen, entstanden innerhalb eines sehr kurzen Zeitraums, etwa zwischen dem 14. und 16. Jahrhundert.

Unbenannt

 

Seven Cities of Love macht sich zu Beginn die Striktheit der Zweidimensionalität zum Prinzip. So wird der Versuch Annäherung des menschlichen Körpers im Hier und Jetzt an die Bildwelt der alten Perser unternommen. Es entsteht eine spannende neue Tanzsprache mit zeitgenössischer Aktualität. Im weiteren Verlauf des Stückes vollzieht sich die Entwicklung über die Dreidimensionalität – und somit zum Austritt aus der Bildwelt – hin zur gänzlichen Auflösung, welche die philosophischen Gedanken der sufistischen Dichtungen widerspiegelt. Die Ästhetik der gesamten Inszenierung hält sich dabei an klare Motive und stimmungsvolle Musik, welche in Wechselbeziehung zum Tanz steht. So beeinflussen einerseits die getanzten Gesten den Charakter der Musik, und andererseits werden die Gesten durch die Musik vorgegeben. Die eigens komponierte Musik bedient sich, genau wie der Tanz, persischer Elemente, welche mit zeitgenössischen Stilmitteln bearbeitet und interpretiert werden. So entsteht eine Musik mit besonderem Klangcharakter, die sich als überwiegend zeitgenössische Komposition mit traditionellem persischen Einfluss beschreiben lässt.

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Inhalt Das Stück dreht sich zum einen, um die tänzerische Interpretation der sufistischen Dichtung Die Vogelgespräche des persischen Poeten Fariduddin Attar und zum anderen um die zeitgenössische Auseinandersetzung mit der Bildwelt der persischen Miniaturenmalerei. Wie hätten die Figuren der altpersischen Miniatur wohl im Heute getanzt? Ihr bildhaftes Dasein brechend lassen sie sich von Seven Cities of Love durch die von Fariduddon Attar beschriebenen sieben Städte der Liebe führen.

[1] Die Stadt des Verlangens: Du wirst viele Jahre in dieser Stadt in mühevoller Spannung und steter Wandlung deines Zustandes verbringen. [2] Die Stadt der Liebe: Um zu lieben, darf man keine Hintergedanken haben; man muss bereit sein, hundert Welten ins Feuer zu werfen; man muss weder Glauben noch Unglauben kennen, weder Zweifel noch Zuversicht hegen. Auf diesem Wege ist kein Unterschied zwischen Gut und Böse; wo die Liebe ist, sind Gut und Böse entschwunden. [3] Die Stadt der Erkenntnis: Es zeigt sich in Klarheit das Geheimnis des Wesens der Dinge, und der feurige Ofen der Welt wird zum Blumengarten. Der Körper ist der Seele nicht verborgen, noch die Seele dem Körper. [4] Die Stadt der Selbstgenügsamkeit: Und durchliefest du alle Straßen der Welt, du fändest dich immer, wenn du drauf wohl achtest, beim ersten Schritt. In der Tat hat kein Wanderer das Ziel seiner Reise geschaut und die Heilung seiner Liebe gefunden. [5] Die Stadt der Einheit: Wenn der Wanderer in diese Stadt eingetreten ist, verschwindet er wie die Erde unter seinen Füßen. Er wird verloren sein, denn das einzige Wesen wird offenbar sein. Er wird stumm sein, denn das einzige Wesen wird reden. Der Teil wird das Ganze werden, oder vielmehr: Er wird weder Teil noch Ganzes sein. [6] Die Stadt der Bestürzung: Ich weiß nichts davon, ich bin dessen unkundig und ich bin meiner unkundig. Ich bin verliebt, aber ich weiß nicht in wen; ich bin weder treu noch ungetreu. Was bin ich doch? Ich bin selbst meiner Liebe unkundig; ich habe das Herz von Liebe voll und von Liebe leer zugleich. [7] Die Stadt der Auflösung und Vernichtung: Wenn das Meer der Unendlichkeit seine Wogen zu regen beginnt, wie sollten die Bilder dauern, die auf seiner Fläche gezeichnet waren? Es ist und ist nicht; nichts ist von mir geblieben. Ich war nur noch ein Schatten, kein kleinstes Stäubchen war von mir da.

 

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